Henriette Felix-Schumacher: "Jeder Theaterabend läuft anders"
Ein Interview mit der Leiterin des Theaterprojekts „Bunte Welten"
Sie engagieren sich derzeit für eine kulturelle Belebung der Heilandskapelle in Weiche. Wie kam diese Verbindung zustande?
Henriette Felix-Schumacher: Ich war auf der Suche nach einem geeigneten Raum für das erste Theaterprojekt, das ich in Flensburg anbieten wollte. Eine Freundin erzählte mir von der Heilandskapeile und nach einer kurzen Kontaktaufnahme mit dem Verein konnte ich donnerstagabends das Theaterstück "Dem Glück auf der Spur..." gemeinsam mit den Teilnehmenden entwickeln.
Welche Projekte bieten Sie neben den „Bunten Welten" derzeit in Flensburg an?
Henriette Felix-Schumacher: In der Heilandskapelle bin ich sozusagen direkt im Anschluss an die Bunten Welten nach wie vor an den Donnerstagabenden und stelle dort ein 'offenes' Angebot für Frauen auf die Beine: Den "Körpersprachtanz", eine von mir entwickelte Verbindung aus Meditation und freiem Tanz. Außerdem entsteht gerade im Servicehaus Fruerlund ein Theaterprojekt mit alten Menschen. In der Theaterschule baue ich eine Frauentheatergruppe auf, die zum Thema „Leicht und froh?!" ein Theaterstück entstehen lässt.
Seit wann engagieren Sie sich fürs Theaterleben in Weiche?
Henriette Felix-Schumacher: Ich glaube es sind jetzt ungefähr drei Jahre.
Welche Projekte oder Stücke waren das genau?
Henriette Felix-Schumacher: Abgesehen von meinem ersten Flensburger Theaterprojekt "Dem Glück auf der Spur" das in der Heilandskapelle im März 2008 zweimal erfolgreich aufgeführt wurde kam es zu einer wunderschönen Zusammenarbeit mit Friederike Verfürth und Michael Hüneke die mich musikalisch bei Lesungen aus meinen Lanzelotta-Büchern begleiteten. Auch mit Franziska Pickert, der Leiterin des Chors, der regelmäßig in der Heilandskapelle probt, entstand eine schöne gemeinsame Abendveranstaltung-
Was macht den Reiz an Theaterprojekten mit Jugendlichen aus?
Henriette Felix-Schumacher: Jugendliche sind häufig sehr spontan. In vertrautem Rahmen sind sie außerdem sehr ehrlich, Das gefällt mir.
Stammen alle Theaterstücke aus Ihrer Feder oder welche Art Theater verfolgen Sie vor allem?
Henriette Felix-Schumacher: Wenn ich mit Teilnehmenden Theaterstücke entstehen lasse, dann sind das in der Regel Theaterstücke die gemeinsam entwickelt werden. Das einzige, was ich zu Beginn vorgebe, ist ein Titel, um den sich das Stück drehen wird. Der Prozess der Entstehung des Stücks ist für mich jedes Mal wie eine kleine Geburt.
Was wollen Sie für sich erreichen?
Henriette Felix-Schumacher: Ich möchte weiterhin viele Theaterprojekte ins Leben rufen, sie mit anderen teilen und zu einem erfolgreichen Ende führen - in der Hoffnung, dabei einen Beitrag zu mehr Menschlichkeit in unserer Kultur zu leisten. Gerne würde ich meine Arbeit in öffentlichen Institutionen - wie ja jetzt gerade in der Unesco-Schule - anbieten und wünsche mir eine adäquate Honorierung,
Und was für die Projektteilnehmer?
Henriette Felix-Schumacher: Für die Projektteilnehmer wünsche ich mir dass sie die Erfahrung eines solchen Projekts mit in ihr weiteres Leben nehmen dass sie Spaß daran haben sich auf der Bühne auszuprobieren dass sie durchhalten auch wenn ein Probenabend oder Probennachmittag einmal anstrengend ist, dass sie sich in der Gruppe und unter meiner Anleitung wohl fühlen und dass Sie sich selbst (noch?) ein Stückchen näher kommen ...
Sie entwickeln nicht nur Theaterstücke sondern schreiben auch Bücher, welche sind dies genau?
Henriette Felix-Schumacher: Bisher habe ich drei Bücher im agenda-Vertag, Münster, veröffentlicht. Ein lebendiges Wissenschaftsbuch: „Und mein Herz glühte vor Freude ...", sowie die beiden fiktionalen Lanzelotta-Bücher: „Lanzelotta kann von Glück reden" und "Lanzelotta schreitet zur Tat". Derzeit arbeite ich an einem Theaterstück.
Was fasziniert Sie am Theater?
Henriette Felix-Schumacher: Vor allen Dingen das was ich im Film vermisse; Das direkte Miterleben die direkten Kontakte, die Tatsache dass jeder Theaterabend auch wenn ein Theaterstück eine Spielzeit lang aufgeführt wird, immer wieder anders verläuft.
Das Interview wurde veröffentlicht in der "Flensburg Weiche - Wo sonst?" , Ausgabe 02/2009
Nach Oben